Page 7 - Ärzteblatt Thüringen, Juli/August 2026
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N A ME N  U ND  N A C HR I CH T E N




          Universitätsklinikum Jena verteidigt Gold-Zertifikat der „Aktion Saubere Hände“



          (Jena) Ein kurzer Moment mit klarer
          Routine: vor oder nach dem Patienten-
          kontakt oder nach dem Umgang mit po-
          tenziell infektiösem Material. Händedes-
          infektion gehört zu den festen Abläufen
          im Klinikalltag. Dafür erhält das UKJ er-
          neut das Gold-Zertifikat der „Aktion Sau-
          bere Hände“ – zum fünften Mal in Folge
          und aktuell als eine von wenigen Univer-
          sitätskliniken in Deutschland. „Händehy-
          giene ist eine einfache und wirksame
          Maßnahme zum Schutz von Patientin-
          nen, Patienten und Personal. Dass wir
          hier dauerhaft ein hohes Niveau errei-
          chen, ist nur durch das Engagement vie-
          ler möglich. Ich danke meinen Mitarbei-  Das Team der Krankenhaushygiene am UKJ freut sich über das Gold-Zertifikat der „Aktion
          terinnen und Mitarbeitern der Abteilung   Saubere Hände“. Foto: Szabó/UKJ.
          Krankenhaushygiene am Institut für In-
          fektionsmedizin und Krankenhaushygie-  Beobachtungen dokumentiert. „Hände-  on direkt am Behandlungsort zu ermög-
          ne und allen Mitarbeitenden am UKJ“,   hygiene entsteht im Alltag. Deshalb set-  lichen. Ergänzend sind u. a. auch regel-
          sagt Professor Dr. Dr. PH Frank Kipp, Lei-  zen wir auf regelmäßige Beobachtungen   mäßige Schulungen des Klinikpersonals
          ter der Krankenhaushygiene am Institut   und den direkten Dialog mit den Teams,   zur Vermeidung von Infektionen oder die
          für Infektionsmedizin und Krankenhaus-  um die Umsetzung kontinuierlich zu si-  systematische Erfassung des Ver-
          hygiene am UKJ.                   chern“, sagt Dr. Sabine Trommer, Ober-  brauchs von Händedesinfektionsmitteln.
          Im Mittelpunkt der Bewertung steht die   ärztin am Institut für Infektionsmedizin
          tatsächliche Umsetzung der Händehygi-  und Krankenhaushygiene. Eine weitere   Hintergrund zur „Aktion Saubere
          ene. Dafür beobachten die Hygienefach-  wichtige Voraussetzung für die Zertifizie-  Hände“
          kräfte des Instituts für Infektionsmedi-  rung ist die flächendeckende Verfügbar-  Die „Aktion Saubere Hände“ wurde mit
          zin und Krankenhaushygiene im Klinikall-  keit von Händedesinfektionsmitteln –   Unterstützung des Bundesministeriums
          tag gezielt Situationen, in denen eine   am UKJ steht dafür seit 2026 ein Desin-  für Gesundheit 2008 als nationale Kam-
          Desinfektion erforderlich ist. Im Jahr   fektionsmittelspender pro Patientenbett   pagne ins Leben gerufen.
          2025 wurden insgesamt 3.938 solcher   zur Verfügung, um die Händedesinfekti-                   (ukj/ush)



          Erweiterung des Neugeborenen-Screenings: Kompetenzzentrum am UKJ behandelt alle im
          Screening erfassten Erkrankungen



          (Jena) Ab sofort umfasst das erweiterte   Erkrankungen erkennen, bevor   Dr. Ralf Husain, Oberarzt der Klinik für
          Neugeborenen-Screening in Deutsch-  Symptome auftreten               Neuropädiatrie am UKJ. „Das Screening
          land mit dem Vitamin-B12-Mangel so-  Das erweiterte Neugeborenen-Scree-  ermöglicht es, betroffene Kinder früh-
          wie den seltenen Stoffwechselerkran-  ning gehört seit den 1970er-Jahren zur   zeitig zu erkennen und direkt zu behan-
          kungen Homocystinurie, Propionazidä-  medizinischen  Regelversorgung  in  deln.“
          mie und Methylmalonazidurie vier wei-  Deutschland. Untersucht wird auf selte-
          tere Zielkrankheiten. Das Universitäts-  ne angeborene Erkrankungen des Stoff-  Frühe Therapie verhindert Folgeschäden
          klinikum Jena (UKJ) übernimmt dabei   wechsels, des Hormon-, Immun-, Blut-   Etwa eines von 1.300 Neugeborenen ist
          eine besondere Rolle: Als einzige Ein-  oder neuromuskulären Systems. Das   von einer der im Screening erfassten Er-
          richtung in Thüringen kann das Jenaer   Screening umfasst nun 21 Zielkrankhei-  krankungen betroffen. Unbehandelt kön-
          Kompetenzzentrum für Neugeboren en-  ten, darunter Phenylketonurie, Mukovis-  nen sie unter anderem Entwicklungsstö-
          Screening sämtliche Erkrankungen be-  zidose oder die Spinale Muskelatrophie.   rungen, Organschäden oder schwere
          handeln, die im Screening erfasst wer-  „Viele dieser Erkrankungen bleiben nach   Stoffwechselkrisen verursachen.
          den.                              der Geburt zunächst unbemerkt“, sagt                         (ukj/ush)




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