Page 44 - Ärzteblatt Thüringen, Juli/August 2026
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Die aktuelle Kongresspräsidentin Dr. Sabine Presser (l., Professor Dr. Johannes Krause, Direktor des Max-Planck-Instituts für evolutionäre
Suhl) und die vormalige Prof. Dr. Christine Stroh (Gera). Anthropologie, Leipzig, hielt den Festvortrag „Die genetische Geschichte der
Europäer: Migration und Anpassung in der Vorgeschichte“.
noch nahezu ausschließlich universitä- sowie moderne medikamentöse Kon- Preise des „Jungen Forums“
ren Zentren vorbehalten waren, wurde zepte im Fokus. Die Diskussionen spie-
in Weimar deutlich, dass diese Techno- gelten den grundlegenden Paradig- Die besten Beiträge des „Jungen Fo-
logien inzwischen zunehmend Eingang menwechsel wider, Adipositas zuneh- rums“ wurden abschließend ausge-
in die klinische Routine mittelgroßer mend als chronische multifaktorielle zeichnet:
Krankenhäuser finden. Neben techni- Erkrankung und nicht mehr primär als 1. Preis:
schen Aspekten standen dabei insbe- Lifestyleproblem zu verstehen. Mahmoud Hashem (Saalfeld)
sondere Ausbildungsfragen, Wirt- „Wenn ein scheinbar multifokales
schaftlichkeit und die Integration neu- Nachwuchsförderung und hepatozelluläres Karzinom keines ist“
er Systeme in bestehende Versor- Weiterbildung 2. Preis:
gungsstrukturen im Mittelpunkt. Dr. Jasmin Dillner (Magdeburg)
Einen weiteren Schwerpunkt bildeten Einen besonderen Stellenwert nahm „Komplizierte Behandlung eines
multimodale onkologische Therapie- erneut die Förderung des medizini- Typ-I-Endoleaks“
konzepte. Zahlreiche Beiträge unter- schen Nachwuchses ein. Anstelle der 3. Preis:
strichen die enge Verzahnung von Gas- klassischen Postersitzung wurde ein Pascal Menn (Saalfeld)
troenterologie, Chirurgie, Onkologie, „Junges Forum“ mit 14 vorab begut- „Diagnostik eines großen Phäochro-
Radiologie und Pathologie. Gerade in achteten Kurzvorträgen etabliert, das mozytoms im Rahmen der Abklärung
der Tumormedizin wurde die zentrale sich rasch zu einem der Höhepunkte einer Pyelonephritis“
Bedeutung interdisziplinärer Tumor- des Kongresses entwickelte. Unter
boards hervorgehoben, deren organi- dem Format „My best case“ präsen- Weiterhin erhielt zudem die Sitzung zur
satorische Umsetzung unter den aktu- tierten junge Kolleginnen und Kollegen chirurgischen Weiterbildung am zweiten
ellen gesundheitspolitischen Rahmen- eindrucksvolle Kasuistiken aus Gastro- Kongresstag besondere Aufmerksam-
bedingungen allerdings zunehmend enterologie und Chirurgie. Damit unter- keit. Vertreterinnen und Vertreter der
anspruchsvoll erscheint. strich der Kongress seinen Anspruch, jungen Assistenzärzteschaft diskutierten
Bemerkenswert war zudem die starke nicht nur wissenschaftliche Plattform, innovative Weiterbildungskonzepte, dar-
Präsenz der Adipositasmedizin. Neben sondern zugleich aktives Netzwerk für unter die verbindliche tägliche Integrati-
bariatrisch-chirurgischen Verfahren Nachwuchsförderung und interdiszipli- on von Weiterbildungselementen in den
standen konservative Therapieansätze nären Austausch zu sein. klinischen Alltag sowie strukturierte indi-
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