Page 43 - Ärzteblatt Thüringen, Juli/August 2026
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Reflexionen zum Jahreskongress der „Mittel- Wissenschaftliches Programm
deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie“, Das wissenschaftliche Programm
der „Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung“ und spannte einen breiten thematischen
der „Thüringer Gesellschaft für Chirurgie“ 2026: Bogen von Endoskopie, Hepatologie
und chronisch-entzündlichen Darmer-
Interdisziplinarität als Antwort krankungen über Robotik, Onkologie
und Adipositasmedizin bis hin zu Ge-
auf den Strukturwandel im fäß- und Thoraxchirurgie. Besonders
die interventionelle Endoskopie ver-
deutlichte die Dynamik des Faches.
Gesundheitswesen Moderne minimalinvasive Verfahren,
KI-gestützte Bildanalysen sowie neue
therapeutische Strategien zeigten ein-
Sabine Presser, Frank Meyer, Peter Konturek, Peter Würl drucksvoll, wie sich die Grenzen zwi-
schen konservativen und operativen
Therapieverfahren zunehmend ver-
Vom 5. bis 6. Juni 2026 fand in Weimar Die Wahl Weimars als Austragungsort schieben. Parallel dazu wurden stan-
erneut die gemeinsame Jahrestagung erwies sich erneut als passend. Das dardisierte Qualitätskriterien in Vorsor-
der „Mitteldeutschen Gesellschaft für Seminargebäude der Weimarhalle bot ge und Tumordiagnostik intensiv disku-
Gastroenterologie“ (MGG), der „Mittel- mit moderner Kongressinfrastruktur tiert.
deutschen Chirurgenvereinigung“ und zentraler Lage einen geeigneten Breiten Raum nahm auch die robotisch
(MDCV) und erstmals in erweiterter Rahmen für den Austausch zwischen assistierte Chirurgie ein. Während ro-
Form auch der „Thüringer Gesellschaft Gastroenterologie, Chirurgie und den botische Systeme vor wenigen Jahren
für Chirurgie“ (TGC) im bewährten For- angrenzenden Disziplinen.
mat der „Viszeralmedizin Mittel- Bereits in den Eröffnungs-
deutschland 2026“ statt. Die gemein- worten wurde deutlich,
same Veranstaltung entwickelte sich dass die Tagung weit über
erneut zu einem bedeutenden wissen- die klassische wissen-
schaftlichen und berufspolitischen Fo- schaftliche Fortbildung
rum der mitteldeutschen Viszeralmedi- hinausging. Die Kongress-
zin. präsidentin und -präsi-
Unter der wissenschaftlichen Leitung denten verwiesen auf die
der Kongresspräsidenten, Professor tiefgreifenden Verände-
Dr. Peter Konturek (Saalfeld), Professor rungen im deutschen Ge-
Dr. Peter Würl (Dessau) sowie Chefärz- sundheitswesen: Kran-
tin Dr. Sabine Presser (Suhl), stand die kenhausreform, zuneh-
Tagung ganz im Zeichen interdisziplinä- mender ökonomischer
rer Zusammenarbeit, medizinischer Druck, Strukturverände-
Innovationen und der aktuellen struk- rungen in Klinik und Nie-
turellen Herausforderungen des Ge- derlassung sowie Fragen
sundheitswesens. der sektorenübergreifen-
Die Initiative zur engen Zusammenar- den Versorgung prägten
beit der drei Fachgesellschaften wurde den Hintergrund zahlrei-
maßgeblich durch die Thüringer Ge- cher Diskussionen. Dabei
sellschaft für Chirurgie und insbeson- zeigte sich eindrucksvoll,
dere durch deren Vorstandsvorsitzen- dass moderne Viszeral-
de Dr. Sabine Presser initiiert und aktiv medizin heute nicht mehr
vorangetrieben. Ihr besonderes Enga- allein über technische In-
gement für interdisziplinäre Vernet- novation definiert wird,
zung, moderne Versorgungsstrukturen sondern zunehmend auch
und die Stärkung regionaler medizini- über Strukturqualität, in-
scher Kooperationen prägte die ge- terdisziplinäre Netzwerke Die drei KonsgresspräsidentInnen - von links: Prof. Dr. Peter
meinsame Kongressgestaltung in we- und nachhaltige Nach- Würl (MDCV), Dr. Sabine Presser (TGC) und Prof. Dr. Peter
sentlicher Weise. wuchsförderung. Konturek (MGG).
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