Page 72 - Ärzteblatt Thüringen, Juli/August 2026
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Personalia
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          Nachruf für PD Dr. Manfred


          Mohorn (1932–2026)



          Am 22. April 2026 fand die Urnenbeiset-  damals hieß) – jetzt Internist und Pneu-
          zung von PD Dr. Manfred Mohorn auf   mologe – sowie die Zusatzbezeichnung
          dem Friedhof von Pößneck statt, wo die   Allergologie hinzu. Im Jahr 1982 wurde
          Angehörigen, Wegbegleiter und Freunde   Privatdozent Dr. Manfred Mohorn mit der
          Abschied nehmen konnten.           Verleihung der Robert-Koch-Medaille
          Unser geschätzter Freund und verehrter   geehrt. 1987 habilitierte er (Dr. sc. med.)
          Kollege hatte noch am 1. März 2026 in   mit Untersuchungen zur Lokalisation von
          seiner bekannten fröhlichen und liebe-  Bronchialobstruktionen beim exogenen
          vollen Art seinen 94. Geburtstag gefei-  und infektbedingten Asthma bronchiale
          ert. Jedoch am 10. März 2026 verstarb   und deren medikamentöse Beeinfluss-
          er, nachdem er sich kurz zuvor zunächst   barkeit. Die Erteilung der Facultas do-
          erfolgreich einer Hüft-TEP-OP unterzo-  cendi (Lehrbefähigung) folgte 1990.
          gen hatte.                         Die Abteilung Pulmologie, später Pneu-  Jahre Studenten ausgebildet, Vorlesun-
          Der Wissenschaftler Manfred Mohorn   mologie der Friedrich-Schiller-Universi-  gen gehalten und Doktoranden, Diplo-
          weist einen bewegten Lebenslauf auf.   tät Jena, zunächst unter Professor Jäger   manden und Facharztkandidaten be-
          1932 in Bodenbach (Sudetenland) gebo-  stehend, wurde von ihm später bis zur   treut. Neben seiner Dozententätigkeit an
          ren, musste er 1945 seine Heimat mit   Wende selbstständig geleitet; danach   der  Medizinischen Fachschule war er
          Mutter und zwei Geschwistern verlas-  kommissarisch bis zur Berufung von   langjähriger Leiter der Untersuchungs-
          sen, während der Vater in russischer   Professor Dr. Dr. Claus Kroegel im Jahr   und Impfstelle für Tropenreisende an
          Kriegsgefangenschaft war. Auf Umwegen   1996.                         der Universität Jena.
          fanden sie eine Bleibe in Herschdorf bei   Unter seinen vielseitigen Interessen sei-  Trotz seines umfangreichen Arbeits- und
          Pößneck. 1950 legte er dort das Abitur   en unter anderem die Pathophysiologie   Wissenschaftspensums fand er Zeit, sei-
          ab. Im Anschluss beginnt er ein Studium   der Atmung, die pneumologische Funk-  nen Hobbys – Fußball und Tauchsport
          an der Jenaer Universität in den Fächern   tionsdiagnostik, die Normwerteerarbei-  – zu frönen. So war er bis 1989 ärztli-
          Pädagogik, Physik und Chemie.      tung Asthma bronchiale, speziell aller-  cher Betreuer und Verantwortlicher für
          Mit einem Doppelstudium (tags Pädago-  gisch und belastungsbedingt, mucozili-  die Tauchsportmedizin des Tauchsport-
          gik, nachts Medizin) konnte er durch   are Clearance und die Entwicklung der   clubs Jena im VEB Carl Zeiss.
          glückliche Umstände im dritten Semester   Gerätetechnik genannt. Vom wissen-  Seit Gründung des Berufsverbandes der
          ins Studienfach Humanmedizin wechseln.   schaftlichen Wirken Manfred Mohorns   Thüringer Pneumologen im Jahre 1990
          1956 folgte das Medizinische Staatsexa-  zeugen 61 Publikationen und 225 Vor-  war Manfred Mohorn aktives Mitglied,
          men mit anschließender Pflichtassistenz   träge, bevor er 1997 altershalber aus   seit 1999 im erweiterten Vorstand.
          in Greiz. Danach absolvierte er das soge-  dem Berufsleben an der Universität   2001 wurde er zum Ehrenmitglied er-
          nannte Landjahr in der verwaisten Land-  Jena ausschied.              nannt. Zugleich war er Mitglied der 1998
          ambulanz Kaulsdorf bei Saalfeld. Dort   Als Wissenschaftler an der Friedrich-  neu gegründeten Mitteldeutschen Ge-
          hatte er, was heute kaum vorstellbar ist,   Schiller-Universität Jena war er im Auf-  sellschaft für Pneumologie und Thorax-
          ein Jahr nach dem Staatsexamen die Be-  trag der DDR an zwölf Arzneimittelgut-  chirurgie (MDGP).
          völkerung des Ortes und weiterer 13 Dör-  achten maßgeblich beteiligt sowie viele   Sein offenes Wesen, sein tiefgründiger
          fer eigenverantwortlich zu betreuen. An-  Jahre Vorsitzender der Bezirkstherapie-  Humor und seine Treue waren uns stets
          schließend folgte eine chirurgische Aus-  kommission  Gera  für wissenschaftlich   willkommen. Mit seinem umfangreichen
          bildung im Krankenhaus Weida, die ab   begründete und ökonomische Verord-  und  fundierten  Wissen stand  er dem
          1960 allerdings in Innerer Medizin unter   nungsweise.                Thüringer Pneumologenverband erfolg-
          Professor Kleinsorge an der Medizini-  Dank seiner Erfahrung war Privatdozent   reich zur Seite. Seine Praxisvertretungen
          schen Poliklinik Jena fortgesetzt wurde.   Dr. Manfred Mohorn geschätzter Mitar-  in verschiedenen Orten Thüringens und
          Promoviert wurde er 1961, und den Fach-  beiter in verschiedenen Gremien, unter   darüber hinaus, u. a. in Sonneberg, Gera,
          arzt für Innere Medizin erwarb er 1965.  anderem in der Sektion Pathophysiolo-  Greiz, Lörrach und Berlin, bis zum 85. Le-
                                             gie der Atmung der Gesellschaft für Pul-  bensjahr sind unvergessen.
          Subspezialisierung Pulmologie      mologie und Tuberkulose der DDR oder
                                             in den Arbeitsgruppen Asthma bronchi-  MR Dr. med. Manfred Franke
          Im Laufe seines Lebens kamen die Sub-  ale, Aerosol und Rechtsherzkatheter-  auch im Namen aller Thüringer
          spezialisierung  für  Pulmologie  (wie  es   technik. Gleichfalls hat er über viele   Pneumologen und der MDGP




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