Page 50 - Ärzteblatt Thüringen, Mai 2026
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Personalia
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„Salus aegroti suprema lex“: gen der Tschechoslowakei, Polens und weiß, wie und wann er sterben wird,
gelebtes ärztliches Prinzip der DDR, und war 1991 zudem Grün- wichtig ist, ein selbstbestimmtes, er-
dungsmitglied der Mitteldeutschen Ge- fülltes und glückliches Leben gelebt zu
Explizit in Erinnerung geblieben ist uns sellschaft für Gastroenterologie. Für haben, danach sollten wir täglich stre-
auf seinem Abschiedssymposium eine seine Verdienste erhielt er zahlreiche ben. Als Außenstehende und Wegbe-
öffentliche, allgemeine Entschuldigung Ehrungen und Auszeichnungen, u. a. gleiter mit zunehmend freundschaftli-
an alle Patienten, denen er nicht helfen wurde er 1989 mit der Ismar Boas- cher Verbindung zu unserem alten Chef
konnte, und für jene, bei denen seine Medaille, der höchsten gastroenterolo- blicken wir mit Ehrfurcht und Hochach-
endoskopischen Interventionen nicht gischen Auszeichnung, geehrt. tung auf sein Leben zurück. Er hatte im
erfolgreich waren. Sein oberstes geleb- Kreise seiner Familie ein erfülltes und
tes ärztliches Prinzip „Salus aegroti su- Professor Bosseckert war nicht nur ein glückliches Leben, er wurde von Pati-
prema lex“ verbunden mit „Primum ni- begnadeter Endoskopiker, sondern galt enten, Mitarbeitern und Kollegen hoch
hil nocere“ kommt hier im Besonderen auch als ein äußerst belesener fach- geachtet und verehrt, was ihm letztlich
zum Ausdruck und hat auch unsere und sachkompetenter Gastroenterolo- die Energie verliehen hat, den Berg der
ärztliche Einstellung und unser endos- ge. Bis ins hohe Alter hat er Kongresse sich selbst auferlegten Belastungen zu
kopisches Arbeiten wesentlich geprägt. durch seine Vorträge, Kommentare und erklimmen, um am Ende als leuchten-
Professor Bosseckert hat sich mit der Kenntnisse der Studienlagen berei- des Vorbild am Gipfel zu strahlen. Wir
Entwicklung der Endoskopie an der Uni chert und uns Lernende mit seinen werden ihn stets in dankbarer Erinne-
Jena national und international beson- treffenden Statistiken beeindruckt. Wir rung in unserem Herzen mittragen und
ders verdient und bekannt gemacht. Er haben enorm von seinem extremen in Gesprächen seinen Geist und seine
hatte von 1975 bis 1990 den Vorsitz in Wissen profitiert, das sich nicht nur auf Gedanken neu beleben, denn in uns ist
der Sektion Endoskopie der Gesell- medizinische Belange konzentrierte, auch ein Teil von ihm – er hat uns ge-
schaft für Gastroenterologie der DDR sondern alle Bereiche des Lebens be- prägt.
inne und war maßgeblich an der Über- traf. In geselligen Runden nach Kon-
führung dieser Gesellschaft in die gressen hat er mit der ihm eigenen Elo- Unsere mitfühlenden Gedanken sind
Deutsche Gesellschaft für Gastroente- quenz gerne u. a. im Detail über die bei seiner trauernden Gattin und Toch-
rologie, Verdauungs- und Stoffwech- Geschichte der Jenaer Universität be- ter.
selkrankheiten (DGVS) beteiligt. richtet und menschliche Schwächen
durch Zitate seines Lieblingsdichters Im ehrenden Gedenken
Professor Bosseckert war Gründungs- Eugen Roth zitiert: „Und doch, mag Seine Schüler: Uwe Will, Rami Masri,
mitglied des Trilateralen Symposiums, man ihn manchmal stoppen, lässt sich Michael Hocke, Peter Gottschalk,
einer Gesellschaft der Gastroenterolo- der Tod am End nicht foppen.“ Keiner Norbert Hesselbarth
Ausschreibung des Dr. Rusche-Forschungsprojekts 2027 –
Projektförderung auf dem Gebiet der Herzchirurgie
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die auf dem Gebiet der Herzchirurgie in Deutschland tätig sind, kön-
nen Fördermittel aus dem Stiftungsfonds Dr. Ortwin Rusche für ihr Forschungsvorhaben beantragen. Gefördert
werden Projekte in der Größenordnung von 60.000 Euro und einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren, bevorzugt mit
patientennaher Fragestellung. Die Förderung dient der Anschubfinanzierung und hat als Zielgruppe Nachwuchs-
forscher und -forscherinnen bis zum 40. Lebensjahr.
Das Dr. Rusche-Forschungsprojekt wird einmal im Jahr von der Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF)
zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) vergeben. Frühester
Förderbeginn ist der 1. März 2027.
Der/die Antragsteller/-in hat auszuschließen, dass ein gleichlautender Antrag oder Teilinhalte aus ihm an anderer
Stelle zur Förderung eingereicht worden sind. Informationen zur Bewerbung unter www.herzstiftung.de/wissen-
schaftspreise. Einsendeschluss: 1. Juli 2026 (per E-Mail an forschung@herzstiftung.de). Weitere Informationen
erhalten Interessierte bei Valerie Rohrwild (Tel. 069 955128-100, E-Mail forschung@herzstiftung.de) und Dr. Sinann
Al Najem (Tel. 069 955128-144) oder auf der Homepage der Deutschen Herzstiftung (www.herzstiftung.de) und der
Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (www.dgthg.de).
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