Page 26 - Ärzteblatt Thüringen, Juli/August 2026
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          Tabelle 1: Vergleichende Methodenübersicht zur Bestimmung spezifischer IgE-Antikörper bei Insektengiftallergie

           Methode                Prinzip                   Vorteile        Nachteile       Einsatz
           RAST                   Allergene an feste Phase,   früher Standard,   radioaktiv, ge -   historisch relevant,
           (Radio-Allergo-Sorbent   Bindung von sIgE, radioak-  spezifisch  ringere Sensi-  heute kaum noch
           Test)                  tive Detektion                            tivität, veraltet  genutzt
           EAST                   Allergene an feste Phase,   enzymbasierte   weniger sensitiv   teilweise noch im
           (Enzyme-linked Aller-  Nachweis über enzym mar-  Detektion,      als moderne     Einsatz, ersetzt durch
           go-Sorbent Test)       kierte Anti-IgE-Antikörper  sicherer als   FEIA           FEIA/ImmunoCAP
                                                            RAST
           FEIA                   Festphasenbindung von     hohe Sensitivität,  spezielle Geräte   Standardverfahren,
           (Fluoreszenz-Enzym-    Allergenen, enzymatisch   quantitativ,    erforderlich    international aner-
           Immunoassay)           kataly siertes Fluoreszenz-  reproduzierbar               kannt
                                  signal
           Carrier-Polymer-System/  Polymerträger vergrößert   höchste Sensi ti  -   teure, automati-  Goldstandard für
           ImmunoCAP              Oberfläche für Allergenbin-  vität, standardi-  sierte Platt-  klinische Diagnostik
                                  dung, Fluoreszenzdetektion  sierte quantita-  formen
                                                            tive Ergebnisse


          ■  Wespengift – Vespula vulgaris: Ves v   gegen Insektengift gerichtetes IgE   bilisierung gegen Api m 10 (bei gleich-
            1 (Phospholipase A1), Ves v 5 (Anti-  nachweisen, ohne  dass eine  Vorge-  zeitig niedrigem sIgE gegen Api m 1)
            gen 5)                           schichte von systemischen allergischen   zeigt, haben ein signifikant höheres Risi-
          Grundsätzlich müssen echte Sensibili-  Reaktionen auf Hymenoptera-Stiche   ko, dass eine Hyposensibilisierung ge-
          sierungen von Kreuzreaktionen, bei-  bekannt war. Um das Problem der CCDs   gen Insektengift mit einem Standard-
          spielsweise durch cross-reactive carbo-  zu umgehen, verwenden verschiedene   präparat  keinen  Therapieerfolg  zeigt.
          hydrate determinants, CCDs, unter-  heute erhältliche Testsysteme CCD-  Die molekulare Diagnostik vor Therapie-
          schieden werden. CCDs sind kreuzreak-  freie molekulare Aller gene oder aber   beginn ist damit essenziell. Zudem ver-
          tive Kohlenhydratdeterminanten, die   CCD-Inhibitoren, die eine CCD-spezifi-  bessern eine präzise Präparateauswahl
          sich auf einer Vielzahl von unterschied-  sche IgE-Bindung blockieren.  und  ein  funktionelles  Monitoring  die
          lichen Allergenen (Pollen, Nahrungsmit-                               Therapieergebnisse.
          tel, Insektengift) nachweisen lassen und   Api-m-10-Dominanz: Management
          so den diagnostischen Nachweis der für   bei „Icarapin-Lücke“         Zusatzdiagnostik
          die Allergie verantwortlichen Allergen-
          komponente erschweren können. So   Das Allergen Api m 10 (Icarapin) ist in-  Basale Serumtryptase
          ließ sich in 45,7 Prozent bei Pollenaller-  stabil und in vielen therapeutischen Prä-  Die basale Serumtryptase (bST) ist ein
          gikern und in 26,7 Prozent bei nichtato-  paraten unterrepräsentiert. Patienten,   Marker für die systemische Mastzellak-
          pischen Kontrollpersonen spezifisches,   deren sIgE-Profil eine dominante Sensi-  tivierung und insbesondere zur Identifi-



          Tabelle 2. Management bei „Icarapin-Lücke“
           Profil       Interpretation    Risiko für   Therapie                Monitoring
                                          Therapie-
                                          versagen
           Api m 1      klassisches       niedrig     Standardpräparat zur     reguläres Monitoring
           dominant     Hauptallergenprofil           Hyposensibilisierung gegen
                                                      Bienengift
           Api m 10     „Icarapin-Lücke“  erhöht      Präparat mit nachge-     engmaschigere Kontrolle mittels BAT
           dominant +                                 wiesenem Mindestgehalt an   während der Einleitungsphase
           niedriges                                  Api m 10 (oft sind dies   Ziel:
           Api m 1                                    wässrige Extrakte oder   ■  In-vitro-Nachweis der biologischen
                                                      spezifisch standardisierte   Wirksamkeit
                                                      Depotpräparate)          ■  Früherkennung einer unzureichen-
                                                                                 den immuno logischen Antwort




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